In letzter Zeit bin ich gleich ein paar Mal über eine etwas verkürzte - aber offensichtlich sehr gängige - Karmavorstellung gestolpert, die da lautet:
Wenn ich Gutes tue, passiert mir Gutes.
Wenn ich Schlechtes tue, passiert mir Schlechtes.
Von Bad Karma wird da getuschelt.
Karma als universelles Belohnungs- und Bestrafungsprinzip also.
OK, ich gebe zu, es gibt so etwas wie eine Reiz-Reaktions-Kette. Wenn ich nachlässig mit Körper, Geist und Gefühlen umgehe, dann wird das wahrscheinlich Konsequenzen haben:
Wenn ich nur Fastfood-Zeugs in mich reinstopfe, könnte es sein, dass ich krank werde. Wenn ich immer nur das Schlimmste annehme, könnte es sein, dass auch wirklich ein paar unerwünschte Hindernisse in meinem Leben auftreten. Wenn ich aus egoistischen Gründen anderen schade, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich dem Ausgleich dafür ins Auge sehen werde.
Ja, wir ernten die Konsequenzen unserer Gedanken, Worte und Handlungen.
Aber da gibt es noch einen anderen Teil des Karmas, einen ziemlich Großen. Der kommt nicht auf uns zu, weil wir gut oder schlecht gehandelt haben, sondern weil er uns einzig und allein die Möglichkeit des Wachstums bietet.
Jeder von uns bringt ein individuelles Karma (aus früheren Leben) mit, das mit bestimmten Aufgaben und Lektionen verbunden ist. Wie sonst wäre es zu erklären, dass es Menschen gibt, die sich grottenschlecht ernähren, mit dem Körper allerlei Schindluder treiben und sich trotzdem blühender Gesundheit erfreuen?
Jeder von uns steht vor anderen Aufgaben und Herausforderungen. Doch das Leben war und ist sicherlich nicht als Bestrafung gedacht. Das Leben passiert FÜR mich, nicht weil ich etwas falsch gemacht habe, sondern weil es Teil des Lehrplans ist. Jede Situation. Simple as that.
Oft wissen wir nicht, warum etwas passiert. Das ist manchmal hart und kann einen an den Rand der Verzweiflung führen, weil man doch schon soviel versucht hat. Dann hilft es darauf zu vertrauen, dass alles einen Sinn hat. Wir müssen nicht alles im Moment und sofort verstehen.
Von Bad Karma zu sprechen, finde ich ehrllich gesagt, mehr als unpassend. Empathie ist das Zauberwort. Keine Steine im Glashaus werfen, sondern Mitgefühl zeigen.
Dem
Universum gehts nicht darum, uns zu belohnen oder zu bestrafen,
sondern jedem einzelnen von uns die Möglichkeit zu geben, zu erblühen und zu strahlen. Das Potential des Menschseins voll auszuschöpfen - und zwar miteinander, nicht gegeneinander.
Samstag, 28. September 2013
Montag, 16. September 2013
Herr Rilke und die Geduld.
Scheint fast so, als wäre ich nicht die Erste gewesen, die sich zum Thema Geduld so ihre Gedanken gemacht hat ;) Heute bin ich über ein Gedicht gestolpert. Und jede einzelne Zeile hat mich besetzt, die Widerhaken der Wörter haben sich tief in meinen Geist gebohrt. Gut so. Feiern wir das Leben jetzt, anstatt uns vor der Zukunft zu fürchten!
"Und von den Fragen lebt man direkt in die Antworten hinein".... Wunderschön... Danke dir, Herr Rilke!
Über die Geduld
(von Rainer Maria Rilke)
Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…
Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…
Man muss Geduld haben.
Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.
"Und von den Fragen lebt man direkt in die Antworten hinein".... Wunderschön... Danke dir, Herr Rilke!
Über die Geduld
(von Rainer Maria Rilke)
Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…
Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…
Man muss Geduld haben.
Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.
Samstag, 14. September 2013
Vom Drang das Leben herbei zu organisieren.
Manchmal ist es besser, sich aus dem eigenen Leben raus zu halten. Ganz echt. Manchmal buttert man alles hinein, um den Ausgang einer Situation zu bestimmen. Alles was man hat an Liebe, Zeit und Energie wird aufgeboten, das Ziel klar vor Augen. Manchmal glaubt man es besser zu wissen, als das Universum. Manchmal, da tut man einfach zuviel. Mit der Brechstange arbeiten heißt das auch.
Ich habe die letzten Monate damit verbracht, einen geeigneten Ort für mein schon lang erträumtes Ayurveda- und Yogazentrum zu suchen. In der Zwischenzeit ist es zwar gefunden, und ich bin absolut verliebt, doch dazwischen erlebte ich viele Funken der Hoffnung, viele Rückschläge, viele "Jetzt-sch...-ich-drauf-Gedanken".
Ich glaube auch nach wie vor fest daran, dass man mit Willen, Überzeugung und einem Mega-Biss viel erreichen kann. Aber es kommt der Zeitpunkt, da ist es besser sich zurück zu lehnen und sich in Geduld zu üben: Meine absolute Lieblingsbeschäftigung. Für alle die mich nicht kennen: Das meine ich jetzt zu 100% ironisch.
Einfach das Leben machen lassen. Vertrauen haben in den Ausgang der Geschichte. Und sich beim Auftauchen von Problemen nicht gleich von Angst und Wut mitreißen lassen. Sondern beobachtend abwarten. Den Überblick bewahren. Ja. Wie ein Adler darüber schweben, mit einem wachsamen Auge.
Bei meiner Geburt hatte ich nichts mitzureden. Genauso wenig bei der Liebe. Ich konnte die Liebe bis jetzt nie wählen, ich konnte sie auch nicht herbei organisieren. Sie passierte und passiert einfach, ohne mein Zutun. Die schönsten Augenblicke ergeben sich. Einfach so. Ähnliches bei der Meditation. Erzwingen ist nicht.
Und auch Menschen lehren mich in den Gang des Lebens zu vertrauen. Gegen meinen Widerstand erzählen sie mir immer wieder dasselbe. Trotz Unverständnis höre ich zu und die Zahnräder in meinem Hirn werden plötzlich stutzig, scheinen anders ineinander zu greifen. Die geliebten Menschen leben mir mit Engelsgeduld immer wieder dasselbe vor, zeigen mir: Ja, es ist möglich. Ja, ich kann einfach still halten und das Leben sich entwickeln lassen.
An dieser Stelle, eine Liebeserklärung an meinen Mann und Weggefährten: Danke, dass du mir immer wieder zeigst: Es geht auch anders. Mich an der Hand nimmst und mich durch die Angst führst. Danke, dass ich bei dir loslassen kann und eine Höhle von Geborgenheit und Zuversicht finde. Danke, dass du mein viel zu sehr geliebtes und hofiertes Worst-Case-Scenario zum Wanken bringst. Danke Christoph, du bist ein großartiger Lehrer. In Liebe. Deine Danja.
Ich habe die letzten Monate damit verbracht, einen geeigneten Ort für mein schon lang erträumtes Ayurveda- und Yogazentrum zu suchen. In der Zwischenzeit ist es zwar gefunden, und ich bin absolut verliebt, doch dazwischen erlebte ich viele Funken der Hoffnung, viele Rückschläge, viele "Jetzt-sch...-ich-drauf-Gedanken".
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| Das Ankunftsplatzl vor dem zukünftigem Soul Shakti Zentrum. Mehr kann ich euch im Moment leider noch nicht zeigen, aber selbst die Umgebung ist lauschig schön und lädt zum Verweilen ein. |
Einfach das Leben machen lassen. Vertrauen haben in den Ausgang der Geschichte. Und sich beim Auftauchen von Problemen nicht gleich von Angst und Wut mitreißen lassen. Sondern beobachtend abwarten. Den Überblick bewahren. Ja. Wie ein Adler darüber schweben, mit einem wachsamen Auge.
Bei meiner Geburt hatte ich nichts mitzureden. Genauso wenig bei der Liebe. Ich konnte die Liebe bis jetzt nie wählen, ich konnte sie auch nicht herbei organisieren. Sie passierte und passiert einfach, ohne mein Zutun. Die schönsten Augenblicke ergeben sich. Einfach so. Ähnliches bei der Meditation. Erzwingen ist nicht.
Und auch Menschen lehren mich in den Gang des Lebens zu vertrauen. Gegen meinen Widerstand erzählen sie mir immer wieder dasselbe. Trotz Unverständnis höre ich zu und die Zahnräder in meinem Hirn werden plötzlich stutzig, scheinen anders ineinander zu greifen. Die geliebten Menschen leben mir mit Engelsgeduld immer wieder dasselbe vor, zeigen mir: Ja, es ist möglich. Ja, ich kann einfach still halten und das Leben sich entwickeln lassen.
An dieser Stelle, eine Liebeserklärung an meinen Mann und Weggefährten: Danke, dass du mir immer wieder zeigst: Es geht auch anders. Mich an der Hand nimmst und mich durch die Angst führst. Danke, dass ich bei dir loslassen kann und eine Höhle von Geborgenheit und Zuversicht finde. Danke, dass du mein viel zu sehr geliebtes und hofiertes Worst-Case-Scenario zum Wanken bringst. Danke Christoph, du bist ein großartiger Lehrer. In Liebe. Deine Danja.
Montag, 26. August 2013
Einfach mal die Klappe halten...
Wörter haben eine große Macht, die weit über den Begriff selbst hinaus reicht. Wörter können innerhalb von Sekundenbruchteilen Welten erschaffen und auch zerstören. Deshalb, bevor du etwas sagst, überprüfe ob es wahr ist, ob es freundlich ist und ob es notwendig ist.
Yogisch gesehen wollen wir also KEINE Unwahrheit, KEINE Wahrheit die andere kränkt und KEIN unnötiges Geschwätz von uns geben.
Und wenn es dir im Moment nicht möglich ist, Freundlichkeit zu verbreiten, ist es oft einfach besser, mal die Klappe zu halten. Ja, es gibt Läuse, die einem über die Leber laufen, labile Gemütslagen, Frustzeiten und kleine oder auch größere Alltagskatastrophen. Ja, die gibt es wirklich. Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen ;) Aber das muss man ja nicht unbedingt an Kind, Hund, Frau/Mann oder den Mitarbeitern auslassen...
Also, Klappe zu und durch :)
Yogisch gesehen wollen wir also KEINE Unwahrheit, KEINE Wahrheit die andere kränkt und KEIN unnötiges Geschwätz von uns geben.
Und wenn es dir im Moment nicht möglich ist, Freundlichkeit zu verbreiten, ist es oft einfach besser, mal die Klappe zu halten. Ja, es gibt Läuse, die einem über die Leber laufen, labile Gemütslagen, Frustzeiten und kleine oder auch größere Alltagskatastrophen. Ja, die gibt es wirklich. Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen ;) Aber das muss man ja nicht unbedingt an Kind, Hund, Frau/Mann oder den Mitarbeitern auslassen...
Also, Klappe zu und durch :)
Mittwoch, 14. August 2013
Baba Ghanoush aus Veggiestan
So passiert letzte Woche. Nun bin ich um ein Kochbuch reicher.
Veggiestan heißt das gute Stück. Vegetarische Gerichte aus dem Nahen Osten.
Nicht nur der Bucheinband hat mich begeistert, weil die schwarzen Teile des Musters sich vom sonst glatten Cover abheben und samtig weich sind - leider hier nicht fühlbar - auch das erste Gekochte ist ein echter Gaumenschmeichler.
BABA GHANOUSH | Arabischer Auberginendip
frei nach Sally Butcher
2 große Auberginen, gewaschen und enthauptet
4 ungeschälte Knoblauchzähen
3 EL Tahin
1 EL natives Olivenöl (plus etwas Öl zum Garnieren)
Saft von 1 Zitrone
Salz und gemahlener weißer Pfeffer
1/2 TL Paprikapulver
Die Auberginen rundherum mehrfach einstechen und in den vorgeheizten Backofengrill schieben. Kurz bevor sie fertig sind, die Knoblauchzehen mitgrillen. Darauf achten, dass die Auberginen ganz weich sind! Ich war ein bisschen zu ungeduldig, und halbroh schmecken Auberginen doch eindeutig bitter. Zu bitter.
Die Auberginen abkühlen lassen, die Haut abziehen, grob zerkleinern und in einer Schüssel mit Tahin, Olivenöl und dem gequetschten Knoblauch vermengen. Mit dem Kartoffelstampfer zu einer geschmeidigen Paste verarbeiten. Dann den Zitronensaft unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Ich habe das Rezept ein wenig verändert und frisch gehackte Petersilie dazu gegeben.
Zum Servieren mit nativem Olivenöl beträufeln und dem Paprikapulver bestreuen.
Zaubert warmen Sonnenschein, eine laue Brise und das entfernte Gebimmel von Schafsglocken in das traute Heim :)
| Das nächste Projekt |
| Was ihr sonst noch alles finden könnt in Veggiestan.... |
Dienstag, 13. August 2013
Was macht Paul Watzlawick im Wald?
Gewohnheiten schleichen sich ein, ohne dass man es so richtig merkt. Plötzlich isst man ständig dieselbe Eissorte, trägt immer dieselben Klamotten und geht dieselben ausgelatschten Wege.
"Nix da" dachte ich heute, es wird Zeit für einen anderen Weg.
Und was fand ich?
Herrn Watzlawick, mitten im Wald, der mich darauf hinwies, wie wichtig es ist, Neuland zu betreten, wenn man vom Fleck kommen will. Vor allem dann, wenn die Ergebnisse des Tuns bis jetzt nicht so berauschend waren - etwas anderes ausprobieren. Ganz einfach.
Statt abgestumpften und immer gleichen Wiederholungen mit pochendem Herzen und geschärften Sinnen lustvoll eintauchen in die Lebensquelle des Neuen.
Überraschen lassen. Das Leben, ein großes Überraschungsgeschenk!
Deshalb vielleicht morgen einen anderen Weg in die Arbeit nehmen, eine andere Eissorte probieren, die Reihenfolge der Asanas in deiner Praxis verändern, zu einer anderen Tageszeit praktizieren, ein neues Lokal besuchen.
Oder etwas tun, das du immer schon tun wolltest, aber dich hast abhalten lassen, weil du nicht wusstest, wie es ausgeht. Ja unbedingt. Das find ich gut :)
"Nix da" dachte ich heute, es wird Zeit für einen anderen Weg.
Und was fand ich?
Herrn Watzlawick, mitten im Wald, der mich darauf hinwies, wie wichtig es ist, Neuland zu betreten, wenn man vom Fleck kommen will. Vor allem dann, wenn die Ergebnisse des Tuns bis jetzt nicht so berauschend waren - etwas anderes ausprobieren. Ganz einfach.
Statt abgestumpften und immer gleichen Wiederholungen mit pochendem Herzen und geschärften Sinnen lustvoll eintauchen in die Lebensquelle des Neuen.
Überraschen lassen. Das Leben, ein großes Überraschungsgeschenk!
Deshalb vielleicht morgen einen anderen Weg in die Arbeit nehmen, eine andere Eissorte probieren, die Reihenfolge der Asanas in deiner Praxis verändern, zu einer anderen Tageszeit praktizieren, ein neues Lokal besuchen.
Oder etwas tun, das du immer schon tun wolltest, aber dich hast abhalten lassen, weil du nicht wusstest, wie es ausgeht. Ja unbedingt. Das find ich gut :)
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| Weil er so Recht hat! |
Montag, 12. August 2013
Mein Lehrer - das Feld.
Heuer ist ein Feldjahr der Herausforderungen. Zuerst Schnecken. Die erste Saat niedergemäht. Das frohe Gärtnerherz sagt sich "Macht ja nix" und schreitet zur nächsten Aussaat. Die Hälfte wieder ein Festmahl für die Schnecken. Die andere Hälfte überlebt. Teilerfolg.
Basteln an einem Plan B. Das Ergebnis: Anfällige Kulturen in der Wohnung vorziehen bis groß genug, dass Herr und Frau Schneck keine Chance mehr haben. Die Wohnung sah aus, als würden wir in einem Gewächshaus leben. Die Pflanzen durften überall hin, wo Sonne war und verdrängten uns Mitbewohner in die finsteren Ecken :) Plan B ging auf. Erleichterung.
Dann wurde es warm. Es wurde heiß. Und es blieb heiß. Eine meiner gärtnerischen Grundregeln: Es wird nur in absoluten Ausnahmefällen gegossen. Ich hätte dies als Ausnahmefall durchgehen lassen, aber die paar Regentonnen am Feld schon lange leer. Sonst kein Wasser in der Nähe.
Deshalb immer wieder das Stoßgebet um Regen, in der zweiten Hälfte des Tages Ausschau halten nach Wolken. Half alles nix.
Letzte Woche kam ich zum Feld.
Vertrocknete, hängende Blätter. Dürre Pflanzen. Mitten im Überlebenskampf. Es sah schlecht aus. Sogar hartgesottene Überleber wie Rote Rüben oder Zucchini waren übel mitgenommen.
Ich fiel auf die Knie, starke Emotionen überkamen mich. Ich wußte nicht, wollte ich fluchen, weinen oder schreien. Saß in voller Verzweiflung zwischen den Pflanzen, wüste Pläne schmiedend, wie ich Wasser in großen Mengen zum Feld schaffen könnte.
Und dann spürte ich die Pflanzen. Trotz dieser tragischen Situation, diesem Befinden "Auf-Messers-Schneide" waren sie ruhig. Sie waren freundlich. Keine Spur von Verzweiflung oder Aufgeben. Die Pflanzengeister stellten sich dem was ist. Ich ließ mich auf diese Energie ein, blieb und meditierte.
Kurze Zeit später, Regen in ausreichender Menge.
Mein Feld lehrt mich Geduld und Gleichmut. Es lehrt mich, das Leben so zu nehmen wie es ist. Mich nicht von Emotionen dahinraffen zu lassen. Da wird nicht gesuddert und geschimpft. Nein, da wird das Beste daraus gemacht. In aller Ruhe.
Mein Feld lehrt mich Vertrauen zu haben in den Gang des Lebens. Im Wissen, dass nach Zeiten der Entbehrung wieder Zeiten der Fülle kommen werden.
So wie heute. Ich besuchte ein Feld der Freude.
Basteln an einem Plan B. Das Ergebnis: Anfällige Kulturen in der Wohnung vorziehen bis groß genug, dass Herr und Frau Schneck keine Chance mehr haben. Die Wohnung sah aus, als würden wir in einem Gewächshaus leben. Die Pflanzen durften überall hin, wo Sonne war und verdrängten uns Mitbewohner in die finsteren Ecken :) Plan B ging auf. Erleichterung.
Dann wurde es warm. Es wurde heiß. Und es blieb heiß. Eine meiner gärtnerischen Grundregeln: Es wird nur in absoluten Ausnahmefällen gegossen. Ich hätte dies als Ausnahmefall durchgehen lassen, aber die paar Regentonnen am Feld schon lange leer. Sonst kein Wasser in der Nähe.
Deshalb immer wieder das Stoßgebet um Regen, in der zweiten Hälfte des Tages Ausschau halten nach Wolken. Half alles nix.
Letzte Woche kam ich zum Feld.
Vertrocknete, hängende Blätter. Dürre Pflanzen. Mitten im Überlebenskampf. Es sah schlecht aus. Sogar hartgesottene Überleber wie Rote Rüben oder Zucchini waren übel mitgenommen.
Ich fiel auf die Knie, starke Emotionen überkamen mich. Ich wußte nicht, wollte ich fluchen, weinen oder schreien. Saß in voller Verzweiflung zwischen den Pflanzen, wüste Pläne schmiedend, wie ich Wasser in großen Mengen zum Feld schaffen könnte.
Und dann spürte ich die Pflanzen. Trotz dieser tragischen Situation, diesem Befinden "Auf-Messers-Schneide" waren sie ruhig. Sie waren freundlich. Keine Spur von Verzweiflung oder Aufgeben. Die Pflanzengeister stellten sich dem was ist. Ich ließ mich auf diese Energie ein, blieb und meditierte.
Kurze Zeit später, Regen in ausreichender Menge.
Mein Feld lehrt mich Geduld und Gleichmut. Es lehrt mich, das Leben so zu nehmen wie es ist. Mich nicht von Emotionen dahinraffen zu lassen. Da wird nicht gesuddert und geschimpft. Nein, da wird das Beste daraus gemacht. In aller Ruhe.
Mein Feld lehrt mich Vertrauen zu haben in den Gang des Lebens. Im Wissen, dass nach Zeiten der Entbehrung wieder Zeiten der Fülle kommen werden.
So wie heute. Ich besuchte ein Feld der Freude.
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| Äußerst nette Meckeranten am Wegesrand... |
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| Sogar die Kohlsprossen haben überlebt |
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| Dattelwein Tomaten |
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| Rote Kugel Rübe |
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| Meine Gurken heißen "Tanja" - ohne Schmäh :) |
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| Extrasüßer Zuckermais |
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| Salatrauke in Blüte und beginnende Samen-Bildung |
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| Gold Rush |
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| Zwiebel-Samen für die nächste Saison |
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| Butternuss |
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| Fenchel in Blüte - "Perfektion" sein Name |
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